Populationsstruktur und genetische Vielfalt von Pflanzeninvasionen sind das Ergebnis evolutionärer Prozesse wie natürlicher Selektion, Drift und Gründungsereignisse. Einige Invasionen werden auch durch spezifische menschliche Aktivitäten wie die Auswahl von Sorten und die absichtliche Einführung gewünschter Phänotypen geformt, was zu einer geringen genetischen Vielfalt bei der resultierenden Invasion führen kann. Färberwaid (Isatis tinctoria; Brassicaceae) wird in Eurasien seit mindestens acht Jahrhunderten als Farbstoffquelle verwendet. Es wurde in den 1600er Jahren in den Osten der USA eingeführt und gilt heute im Westen der USA als invasiv.

Sammelorte von Isatis tinctoria in Eurasien.
Sammelorte von Isatis tinctoria in Eurasien. Bildnachweis: Gaskin et al.

Eine aktuelle Studie von Gaskin et al. veröffentlicht AoB PLANTS untersuchte die genetische Vielfalt und Herkunft einer langfristigen Ich. tinctoria Sorte. Eine genetische Analyse von 645 Pflanzen aus den USA und Eurasien deutet darauf hin, dass es im Westen der USA zwei unterschiedliche Invasionen gab, die höchstwahrscheinlich aus der Schweiz, der Ukraine und Deutschland stammen, was mit den Ergebnissen der ersten Untersuchungen zu biologischen Bekämpfungsmitteln korreliert. Genetische Informationen über Populationsstruktur, Diversität und Herkunft unterstützen die Bemühungen zur Kontrolle invasiver Arten, und die fortgesetzte Kombination von ökologischen und molekularen Analysen wird dazu beitragen, uns einem nachhaltigen Management von Pflanzeninvasionen näher zu bringen.