
Populationen zweihäusiger Blütenpflanzen (mit männlichen und weiblichen Individuen) weichen oft von dem erwarteten Verhältnis von 1:1 männlich:weiblich ab. Die Ursachen für schiefe Geschlechterverhältnisse sind komplex und noch wenig verstanden. Wie bei vielen zweigeschlechtlichen Arten müssen Weibchen mehr Ressourcen in die Fortpflanzung investieren. Bei blühenden Pflanzen sind dies die zusätzlichen Kosten, die mit der Blüte und der anschließenden Fruchtbildung verbunden sind. Folglich verzögern Weibchen oft die Blüte und sind anfälliger für Umweltstress, wobei sie im Vergleich zu Männchen eine höhere Sterblichkeitsrate erleiden. Diese Faktoren können zu einer mehr als gleichen Repräsentation von Männern in der Bevölkerung führen.
Eine aktuelle AOB-Studie versucht, diese komplexen Ursachen für voreingenommene Geschlechterverhältnisse zu entwirren. Diese Metaanalyse bestehender Studien zu zweihäusigen Blütenpflanzenarten ergab eine große Variation der Geschlechterverhältnisse zwischen Populationen innerhalb einer Art. Es gab auch viele Unterschiede zwischen den Arten, obwohl sich mehrere Muster herauskristallisiert haben.
Aufgrund der verzögerten und selteneren Blüte durch Weibchen neigen jüngere Populationen dazu, eine größere Neigung zu Männchen zu haben. Dies wurde elegant demonstriert, indem man sich an Feuer angepasste Arten ansah, die ein Gebiet nach einem Feuer wieder besiedeln, sodass das Alter der Population genau bekannt ist. Männchen kommen auch häufiger in Populationen in höheren Lagen vor, was die höhere Sterblichkeit von Weibchen widerspiegelt, wenn die Umwelt stressiger wird. Zufällige historische Effekte können auch eine wichtige Rolle bei der Verzerrung des Geschlechterverhältnisses spielen. Beispielsweise können bei klonalen Arten, bei denen wenige Individuen ein Gebiet besiedeln und sich weitgehend vegetativ vermehren, zufällige Verzerrungen in der Darstellung der Geschlechter über lange Zeiträume erhalten bleiben.
Sie können die Studie kostenlos unter lesen Annals of Botany.
Ökologischer Kontext und Metapopulationsdynamik beeinflussen die Variation des Geschlechtsverhältnisses zwischen zweihäusigen Pflanzenpopulationen (2013) Anna Bot 111(5): 917-923. doi:10.1093/aob/mct040
