Was kann ein Stadtgarten für Bestäuber tun? Sexton und seine Kollegen verfolgten zwei Jahre lang die Besuche von Bestäubern in 33 Gemeinschaftsgärten in Berlin und München und analysierten, wie unterschiedliche Faktoren beeinflussen, welche Bestäuber gedeihen. Sie fanden heraus, dass lokale Gartenmerkmale wie Pflanzenvielfalt und Bodenbedeckung einen viel stärkeren Einfluss auf Bestäuber haben als die umgebende städtische Umgebung. Ihre Arbeit zeigt, dass viele Stadterhaltung liegt in den Händen der Gärtner und die Entscheidungen, die sie treffen.

Sexton und seine Kollegen fanden heraus, dass in Gärten vier Schlüsselfaktoren wichtig sind: Blütenreichtum, Vegetationshöhe, Verfügbarkeit von unbedecktem Boden und Gehölzreichtum. Blütenreichtum hängt nicht nur von der Art ab, sondern auch von der Vielfalt der Blütenarten, -formen, -farben und Blütezeiten, die den Bestäubern zur Verfügung stehen. Dies war der wichtigste Faktor zur Vorhersage von Bestäubergemeinschaften. Es scheint, dass mehr Pflanzenarten besser sind als große Ausstellungen.

Nicht nur das Vorhandensein von Blumen ist wichtig. Die Höhe der Vegetation spiegelt die Möglichkeiten für die Entwicklung von Mikroklimata und für eine Vielzahl von Nistplätzen für verschiedene Lebensstadien der Bestäuber wider. Der Reichtum an Gehölzen sorgte auch für eine größere Vielfalt an Lebensräumen, was laut den Forschern zu einer Zunahme der Anzahl von Hummeln und anderen Wildbienen, Schmetterlingen und Schwebfliegen führte. Gärten mit weniger Gehölzreichtum zogen mehr Generalisten wie Honigbienen, Spinnen und Kakerlaken an.

Überraschenderweise stellten Sexton und seine Kollegen fest, dass Insekten von Flecken ohne Pflanzen profitieren können. Gärten mit mehr freier Erde begünstigten ausgeprägtere Ansammlungen bodenbewohnender Bestäuber, insbesondere Käfer und Thripse. Was wie „leerer“ Raum aussieht, kann einen entscheidenden ökologischen Dienst leisten und Bodennistspezialisten unterstützen. Und nicht nur kriechende Insekten profitieren davon. Ein kahler Fleck Erde an einem sonnigen, gut entwässerten Standort hat thermische Eigenschaften, die einem fliegenden Bestäuber helfen könnten, die Wärme zu bekommen, die er braucht, um an einem kühlen Tag in die Lüfte zu steigen.

Der breite Forschungsumfang hat zu einigen unerwarteten Ergebnissen geführt. Bestäuberstudien sind häufig Bienenstudien. Die Arbeit von Sexton und seinen Kollegen beschäftigt sich mit Arthropoden als Ganzem, die Blüten besuchen. Dies hat es ihnen ermöglicht, eine überraschende Entdeckung über die ökologische Theorie der urbanen biotischen Homogenisierung zu machen, die vorhersagt, dass sich urbane Gemeinschaften aufgrund gemeinsamer städtischer Zwänge ähnlicher werden. Dies ist nicht das, was sie gefunden haben.

Die Undurchlässigkeit der Landschaft war ein positiver Indikator für die Betadiversität der Blumen. An den am stärksten urbanisierten Standorten (d. h. an jenen, die von der größten Undurchlässigkeit der Landschaft umgeben sind) war die Betadiversität am höchsten, was auf den größten Fluktuationsgrad der Blumenpflanzenarten an diesen eher urbanisierten Standorten hindeutet.

Beta-Diversität beschreibt hier, wie unterschiedlich die verschiedenen Gärten voneinander sind, und betont die Entscheidungen der einzelnen Gärtner. Die Urbanisierung scheint alles andere als gleich zu sein, sondern unterschiedliche urbane Inseln mit jeweils eigener Vielfalt zu schaffen. Das bedeutet, dass jeder Gärtner die Möglichkeit hat, Entscheidungen zu treffen, um seine eigene einzigartige Bestäubergemeinschaft zu erhalten. Sogar Dinge, die Sie in Ihrem eigenen Garten als Unvollkommenheiten empfinden, wie etwa nackte Erde, könnten die Nische sein, nach der ein Bestäuber gesucht hat.

Sexton, AN, Conitz, F., Karlebowski, S., Neumann, AE, Schmack, JM, Sturm, U. & Egerer, M. (2025). Urbane Bestäubergemeinschaften werden durch lokale Gartenmerkmale strukturiert, nicht durch den Landschaftskontext. Landscape Ecology, 40:50. https://doi.org/10.1007/s10980-025-02062-8


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Bild: canva.