Die Vorhersage der Auswirkungen des Klimawandels auf Pflanzengemeinschaften beruht auf einem guten Verständnis der Struktur von Pflanzengemeinschaften, einschließlich Artenreichtum und Artenzusammensetzung. Aufgrund der komplexen Wechselwirkungen zwischen biotischen und abiotischen Faktoren bleibt der Prozess des Zusammenbaus von Pflanzengemeinschaften jedoch unklar. Kürzlich wurde die Bedeutung von Umweltfiltern und interspezifischem Wettbewerb beim Zusammenbau von Pflanzengemeinschaften untersucht, indem funktionelle Pflanzenmerkmale untersucht wurden. Die Theorie besagt, dass eine Art eine Umgebung nicht tolerieren kann, es sei denn, sie hat die notwendigen Eigenschaften, um diese Umgebung zu tolerieren. Beispielsweise kann der Stickstoffgehalt im Boden als Umweltfilter wirken, der die Artenzahl begrenzt, wenn die Verfügbarkeit gering ist, aber einen intensiven interspezifischen Wettbewerb ermöglicht, wenn er freier verfügbar ist. Dies bedeutet, dass die Merkmalspalette einer Pflanzengemeinschaft unter strengeren Umweltbedingungen, wie z. B. Höhenlage, Bodennährstoff- und Wasserbeschränkung, enger ist und sich unter dem Klimawandel wahrscheinlich weiter verengen wird.

In ihrer neuen Studie veröffentlicht in AoBP, Ohdo und Takahashi untersuchten die gemeinschaftliche Ansammlung von Gefäßpflanzen entlang von Höhengradienten (45–2500 m) und die Stickstoffverfügbarkeit im Boden in Zentraljapan. Sie untersuchten speziell Merkmalsverteilungsmuster von vier funktionellen Merkmalen (Pflanzenhöhe, Blattfläche, spezifische Blattfläche und Stickstoffgehalt der Blätter). Ihre Ergebnisse deuten darauf hin, dass strenge klimatische Bedingungen die Anzahl der Baumarten und die Baumkronenhöhe in großen Höhen verringern, was zu einer Zunahme der Anzahl von Kräuter- und Farnarten aufgrund einer erhöhten Lichtübertragung auf den Waldboden führt. Sie schlagen ferner vor, dass eine geringere Stickstoffverfügbarkeit die Anzahl der Baum-, Kräuter- und Farnarten verringert, indem sie Arten mit Blattmerkmalen ausschließen, die für eine geringere Stickstoffverfügbarkeit ungeeignet sind. Die Autoren erkennen an, dass die Verwendung von Einzelmerkmalsanalysen wie diesen davon ausgeht, dass Umweltfilterung und interspezifische Konkurrenz durch das Verteilungsmuster jedes funktionellen Merkmals erkannt werden können. Sie hoffen jedoch, dass zukünftige Arbeiten auf dieser Grundlage aufbauen werden, um aufzuzeigen, wie sich die multidimensionale Natur funktioneller Merkmale auf die Versammlung von Gemeinschaften entlang von Höhengradienten und die Verfügbarkeit von Bodenstickstoff auswirkt.
