Alpine Ökosysteme werden durch klimatische Belastungen, insbesondere Temperatur- und Niederschlagsextreme, geprägt. Die Charakterisierung der funktionellen Anpassungen von Pflanzen an solche Belastungen kann uns ein besseres Verständnis der Reaktion eines ganzen Ökosystems auf globale Veränderungen vermitteln. Funktionelle Pflanzenmerkmale sind messbare Merkmale, die die Leistung von Arten in einer bestimmten Umgebung beeinflussen und von grundlegender Bedeutung für die Zusammensetzung und Dynamik von Gemeinschaften sind. Sie liefern auch Einblicke, wie Umweltfaktoren Biodiversitätsmuster auf verschiedenen Skalen formen. In mediterranen Hochgebirgsökosystemen wurden die funktionelle Zusammensetzung und Diversität von Pflanzengemeinschaften jedoch bisher nicht untersucht.

In einer neuen Studie veröffentlicht in AoBP, Stanisci et al. Beheben Sie diese Wissenslücke, indem Sie oberirdische Pflanzenstrategien für die Ressourcennutzung (konservativ vs. erwerbstätig) und das Syndrom der funktionellen Diversität (konvergent vs. divergent) in Kalkrasen des zentralen Apennin, Italien, analysieren. In der Studie analysierten sie 92 georeferenzierte Vegetationsparzellen aus der VIOLA-Datenbank (high mountain VegetatIOn of central Apennines), von denen 55 als subalpine und 37 als alpine Ökosysteme zugeordnet wurden. Die Autoren beobachteten erwerbsorientiertere Ressourcennutzungsstrategien und eine größere funktionelle Diversität in den hochalpinen Graslandgemeinschaften im Vergleich zu denen der subalpinen Grasländer in niedrigeren Höhenlagen. Sie fanden auch heraus, dass subalpine Gräser widerstandsfähiger gegen Trockenheit sind. Dadurch könnten sie sich an Gipfelhängen, die durch die Erderwärmung wärmer und trockener werden, besser nach oben verschieben. Die Autoren schlagen vor, dass es wertvoll wäre, ähnliche Studien zu funktionellen Merkmalsmustern von Pflanzen in anderen mediterranen Bergwiesen durchzuführen, um unser Verständnis dieser gefährdeten Ökosysteme weiter zu verstehen.
