Funktional-strukturelle Pflanzenmodelle (FSPMs) beschreiben explizit die individuelle Pflanzenarchitektur, wodurch dieser Ansatz geeignet ist, Wechselwirkungen zwischen Pflanzen in komplexen Baumkronen aufzudecken. Fass et al. ein umfassendes FSPM entwickelt, das die Wechselwirkungen zwischen Pflanzenarchitektur, Licht, Bodenstickstoff und dem Stoffwechsel von Kohlenstoff und Stickstoff berücksichtigt.

Das Modell wird evaluiert, indem die Funktionsweise von Weizenüberdachungen nach der Blüte simuliert wird (Triticum aestivum) unterschiedlicher Blattneigung, angeordnet in Rein- und Mischbeständen. Als emergente Eigenschaft des detaillierten Stoffwechsels sagt das Modell einzelne Zusammenhänge zwischen absorbiertem Licht, Kohlenstoffassimilation und Kornmasse voraus. Planophile Pflanzen absorbieren in der Zeit nach der Anthese mehr Licht als erektophile Pflanzen, was zu einer etwas höheren Kornmasse führt. Durch den Zugang zu kritischen Variablen wie Ressourcenbeschaffung, internen Stoffwechselkonzentrationen, Blattlebensdauer und Kornfüllung könnte das Verhalten komplexer Blätter modelliert werden.
