Es sind die löslichen Zucker im Fruchtfleisch, die den Früchten ihren Geschmack verleihen. Coffi Cakpo und seine Kollegen wollten die Fruchtentwicklung besser verstehen, indem sie Modellierung der Ansammlung von Zucker in zehn Obstarten.

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„Das Verständnis der Unterschiede und Ähnlichkeiten der Zuckerakkumulationsstrategien verschiedener Obstarten kann dazu beitragen, wichtige physiologische Prozesse, gemeinsame Regulierungsmechanismen sowie mögliche Kompromisse im Hinblick auf die Verbesserung der Obstqualität zu identifizieren (Roch et al. 2019). Trotz dieses Potenzials haben sich bisher nur wenige Arbeiten mit dem Thema Artenvergleich befasst. Ein Grund dafür liegt in der Schwierigkeit, Unterschiede sowohl in der Art des beteiligten physiologischen Prozesses (Vielfalt der Moleküle und Enzyme) als auch in seiner Dauer zwischen verschiedenen Arten zusammenzufassen“, schreiben die Autoren.

Statistische Analysen auf Grundlage der Stoffwechselraten unterteilten die Arten in sechs Gruppen, je nach der Syntheserate anderer Verbindungen als Zucker und Stärke. Krautige Arten (Gurke, Tomate, Aubergine, Paprika und Erdbeere) wiesen eine höhere Syntheserate auf als holzige Arten (Apfel, Nektarine, Clementine, Weintraube und Kiwi). Die Untersuchung der Dynamik der an der Zuckeransammlung beteiligten Prozesse ergab, dass Nettozuckerimport, Stoffwechsel und Verdünnungsprozesse bei den meisten krautigen Pflanzen bemerkenswert synchron abliefen, während bei Kiwi, Apfel und Nektarine die mit dem Stärkestoffwechsel verbundenen Prozesse zeitlich von anderen Prozessen getrennt waren. Erdbeere, Clementine und Weintraube zeigten im Vergleich zu allen anderen Arten eine ausgeprägte Dynamik.

„Die Ergebnisse dieser Studie stellen einen ersten Schritt dar, um die Regulationsmechanismen der wichtigsten Prozesse zu verstehen, die an der Zuckeransammlung beteiligt sind“, sagen Cakpo und Kollegen. „In einem nächsten Schritt wäre es interessant, die Säuren im Modell von den Zellwänden zu trennen, um den jeweiligen Beitrag zur Kohlenhydratansammlung in den frühen Phasen der Fruchtentwicklung besser einschätzen zu können.“