Die Forscher Pizante und Kollegen haben herausgefunden ein überraschender Zusammenhang zwischen bewaldeten Feldrändern und der Häufigkeit von Schwebfliegen in Rapskulturen. Ihre Studie, die in Zentral-Alberta, Kanada, durchgeführt wurde, zeigt, dass kleine Baumgruppen entlang der Feldränder diese nützlichen Insekten wirkungsvoll in die Kulturpflanzen exportieren.
Das auffälligste Ergebnis war die schiere Zahl der Schwebfliegen, die von Baumrändern in die Felder flogen. Durchschnittlich flogen pro Woche fast 85,000 Schwebfliegen pro Kilometer Baumrand in die Felder. Das war 33 Mal mehr als die Zahl, die von den Rändern der Grasfelder exportiert wurde. Überraschenderweise änderte sich diese massive Bewegung während der Rapsblüte nicht wie erwartet.
Um diese Muster aufzudecken, verwendete das Team spezielle bidirektionale Fallen, um Schwebfliegen zu fangen, die sich in beide Richtungen zwischen Feldrändern und Nutzpflanzen bewegten. Sie untersuchten auch die Pflanzen in jedem Randtyp, um herauszufinden, ob bestimmte Vegetationsmerkmale die Bewegung der Schwebfliegen erklärten.
Interessanterweise ergab die Studie, dass mit Bäumen bewachsene Ränder eine vielfältigere Schwebfliegenpopulation beherbergten als mit Gras bewachsene Ränder. Allerdings konnte kein einzelnes Pflanzenmerkmal innerhalb der mit Bäumen bewachsenen Ränder den enormen Export von Schwebfliegen erklären, was darauf schließen lässt, dass etwas an den bewaldeten Gebieten selbst diese Insekten anzieht.
Diese Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung von Baumreihen entlang von Anbauflächen. Indem sie mehr Schwebfliegen begünstigen, die sowohl Nutzpflanzen bestäuben als auch Schädlinge fressen, könnten Bäume an den Rändern die landwirtschaftlichen Erträge steigern und gleichzeitig die Artenvielfalt fördern.
Pizante, R., Acorn, JH, Jiménez, IP & Frost, CM (2025). Baumbewachsene Feldränder exportieren wöchentlich über 82,000 Schwebfliegen mehr pro Kilometer in Rapsbestände als krautige Feldränder, unabhängig von der Blütezeit der Kulturpflanzen. Agriculture, Ecosystems & Environment, 377, 109271. https://doi.org/10.1016/j.agee.2024.109271 (OA)
