Milbendomatien sind kleine Strukturen auf der Unterseite von Pflanzenblättern, die räuberische oder pilzfressende Milben beherbergen und dadurch eine Gegenseitigkeit bei der Abwehr von Pflanzen und Milben vermitteln. Es wurde vermutet, dass Pflanzen mehr von in Domatien lebenden Milben profitieren, wenn sie ihnen zusätzliche Nahrung in Form von extrafloralem Nektar anbieten, der von Blättern abgesondert wird.

Blätter von Vitis munsoniana (links) und V. riparia (rechts) mit Blattzuckerlösungsbehandlungen
Blätter von Vitis munsoniana (links) und V. riparia (rechts) mit einer Blattbehandlung mit Zuckerlösung (schwarze Pfeile zeigen auf experimentelle Tropfen der Zuckerlösung). Der vergrößerte Teil zeigt Beispiele von Domatia, die in den Blattadern auftreten. Domatia treten in vielen Blattadern auf.

Weber et al. testeten diese Hypothese, indem sie den Blättern von zwei Arten von Wildreben experimentell Nektar hinzufügten. Sie fanden heraus, dass Blattnektar die Gegenseitigkeit zwischen Pflanzen und Milben verbessern kann, indem die Anzahl der in Domatien vorkommenden Milben erhöht wird, was wiederum die Mehltaubelastung auf der Blattoberfläche verringert. Die Autoren kombinieren ihre Experimente mit einem Überblick über die Verteilung von Domatia und extrafloralem Nektar über den Pflanzenbaum des Lebens und zeigen, dass diese beiden interessanten wechselseitigen Merkmale häufig in denselben Kladen vorkommen.