Die physikalische Ruhe in Leguminosensamen wird typischerweise durch Hitzeschocks in feuergefährdeten Ökosystemen unterbrochen. Daibes et al. wendeten Hitzeschocks auf 46 Leguminosenarten aus einem Feuervegetationsgradienten (Grassavannen, Waldsavannen und Wald) in einer tropischen Savanne (Cerrado) in Zentral- und Südostbrasilien an.

Sie fanden heraus, dass Hitzeschocks nur geringe Auswirkungen auf die Keimung hatten, aber die Samensterblichkeit war je nach Behandlung und Art unterschiedlich. Die Samensterblichkeit war unter der 100-minütigen Behandlung bei 1 °C am niedrigsten und unter 100 °C 3 min und 200 °C 1 min signifikant höher; eine größere Samenmasse verringerte die Samenmortalität, insbesondere bei 200 °C. Baumarten in Detarioideae hatten die größten Samen und waren von Hitze unbeeinflusst. Kleinsamige Arten (meistens Sträucher aus Grassavannen) reagierten relativ empfindlich auf die heißeste Behandlung. Nichtsdestotrotz trug das Vorliegen einer physischen Ruhe dazu bei, die Samensterblichkeit bei Arten mit kleinen Samen unter der heißesten Behandlung zu vermeiden. Bäume hatten größere Samen (phylogenetisch gruppiert), wodurch die Samensterblichkeit bei den heißesten Temperaturen vermieden wurde.
Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass die physische Ruhepause nicht mit dem Feuer im Cerrado-Mosaik verbunden ist. Hitzetoleranz tritt sowohl bei Wald- als auch bei Savannenarten auf und wird durch Samenmerkmale (Samenmasse und physische Ruhe) vorhergesagt, die Waldlinien geholfen haben könnten, die Savannen zu kolonisieren. Die Ergebnisse zeigen, dass die Reaktionen auf Samenbrände im Cerrado besser durch historische als durch ökologische Faktoren erklärt werden können, im Gegensatz zu verschiedenen feueranfälligen Ökosystemen auf der ganzen Welt.
