Thiophore, die typischerweise Wüstenschleierkraut sind, akkumulieren hohe Schwefelkonzentrationen (2–6 % S Trockengewicht) und können eine einzigartige Toleranz gegenüber umweltbedingten Stressfaktoren besitzen, z. B. Sulfat-/Metalltoxizität, Trockenheit und Salzgehalt. Über die Prävalenz des Verhaltens oder die damit verbundenen physiologischen Aspekte ist wenig bekannt.

Räumliche Verteilung der dominantesten Mitglieder der A. bivenosa-Gruppe, adaptiert von Moore (2005). Die Standorte der Vegetationsuntersuchungen sind als Standort 1 (Tanami-Wüste), Standort 2 (Stuart Shelf) und Standort 3 (Great Sandy Desert) angegeben.
Räumliche Verteilung der dominantesten Mitglieder der A. bivenosa-Gruppe, adaptiert von Moore (2005). Die Standorte der Vegetationsuntersuchung sind als Standort 1 (Tanami-Wüste), Standort 2 (Stuart-Schelf) und Standort 3 (Große Sandwüste) angegeben. Bild von Reid et al. 2016

Reid et al. zeigen eine Gruppe einheimischer australischer Pflanzen, die Thiophor-Verhalten zeigen. Dieses Verhalten ist unabhängig vom Substrattyp und bei allen Vertretern dieser verwandten Artengruppe vorhanden. Andere Arten im gleichen Substrat zeigen nicht das gleiche Verhalten. Die untersuchten Thiophore weisen eine enge Kopplung zwischen Schwefel- und Calciumaufnahme und -speicherung auf und speichern diese Elemente offensichtlich als anorganische Salze innerhalb der Zellen in ihren Blättern. Mehrere der Thiophore besetzen Küsten- oder Uferlebensräume, was darauf hindeutet, dass die evolutionären und ökophysiologischen Erklärungen für dieses Merkmal nicht nur in der Anpassung an trockene Bedingungen oder gipshaltige Böden liegen.