Angesichts des derzeitigen Tempos des anthropogenen Wandels ist es von entscheidender Bedeutung, die evolutionäre Reaktion der Pflanzen auf sich verändernde abiotische Bedingungen zu verstehen. Schwallier et al. analysieren die Zusammenhänge zwischen anatomischen Holzmerkmalen, Habitus, abiotischer Präferenz und Phylogenetik.

Holzanatomische Schnitte von Nepenthaceae
Holzanatomische Schnitte von Nepenthaceae. Transversale Lichtmikroskopschnitte (A, B, E, F) sowie radiale (C) und tangentiale (D) Rasterelektronenmikroskop-Oberflächen von Nepenthes-Holz. (A) Nepenthes khasiana, reifer Stamm (Rinde abgelöst) mit Holz mit undeutlichem Wachstumsring (Pfeil). (B) Nepenthes muluensis, ganzer juveniler Stamm mit ausgeprägter Kutikula (horizontaler Pfeil) und verholzten Bereichen sowohl im äußeren Stammbereich (Rinde) als auch im inneren Stammteil (Holz und äußere Markregion); der vertikale Pfeil zeigt auf das Gefäßbündel in der Rinde. (C) Nepenthes tobaica, gesäumt, einfache Perforationsplatte mit Rand (Pfeil). (D) Nepenthes smilessi, wechselständige Gefäßtüpfel. (E) Nepenthes smilessi, Tendenz zur Bildung von gebändertem Axialparenchym (Pfeil). (F) Nepenthes edwardsiana, diffus-zoniertes Axialparenchym (Pfeil).

Eine umfassende anatomische Studie der ikonischen fleischfressenden Pflanzengattung Nepenthes wird im Kontrapunkt zu einer evolutionären Perspektive durch Charakterkartierung auf der Ordnungsebene der Gattung und Caryophylalles präsentiert. Das Aufdecken von Beweisen für die konservative Natur vieler Holzmerkmale innerhalb der Gattung bietet einen wichtigen Rahmen für zukünftige Trockentoleranzexperimente und die Erhaltung dieser spektakulären fleischfressenden Pflanzen.