Epiphytische Gefäßpflanzen sind ein wesentlicher Bestandteil der tropischen Flora und eine Schlüsselkomponente für das Funktionieren von Ökosystemen. Interaktionen zwischen vaskulären Epiphyten (im Folgenden als Epiphyten bezeichnet) und Wirtsbäumen (Phorophyten) werden als kommensalistisch angesehen, da Epiphyten sich auf dem Wirtsbaum zur Unterstützung etablieren, ohne Schaden oder Nutzen zu verursachen. Trotz ihrer Bedeutung für tropische Waldökosysteme ist unser Verständnis der Mechanismen, die Epiphytengemeinschaften strukturieren, noch recht dürftig. Einige neuere Studien haben einen Netzwerkansatz verwendet, um die Wechselwirkung von Epiphyten mit Wirts-Phorophyten auf Gemeinschaftsebene zu untersuchen. Das Wissen über die kommensalistische Epiphyten-Phorophyten-Netzwerkstruktur hinkt jedoch im Vergleich zu anderen biotischen Interaktionsnetzwerken noch hinterher.

Eine aktuelle Studie von Naranjo et al. veröffentlicht in AoBP zielte darauf ab, einen Gesamtüberblick über Epiphyten-Phorophyten-Netzwerke und ihre Platzierung in Bezug auf die Netzwerke anderer besser untersuchter biotischer Wechselwirkungen zu bieten. Die Autoren haben die strukturellen Eigenschaften von 12 kommensalistischen Epiphyten-Phorophyten-Netzwerken zusammengestellt und analysiert und sie mit den gleichen Metriken von 11 Ameisen-Myrmekophyten-, 86 Bestäubungs- und 13 Samenverbreitungs-Mutualistischen Netzwerken verglichen. Die Ergebnisse zeigten, dass Epiphyten-Phorophyten-Netzwerke ähnlich strukturiert sind wie die meisten anderen Arten von Netzwerken, die koevolutionäre Interaktionen beinhalten, da sie in den meisten Fällen stark verschachtelt und modular waren. Es bestätigte auch, dass die Interaktion zwischen vaskulären Epiphyten und Wirts-Phorophyten überwiegend generalistisch ist.
Forscher-Highlight

Carlos Lara-Romero ist Postdoctoral Researcher im AdAptA-Lab der Rey Juan Carlos University (URJC) in Madrid, Spanien. Carlos promovierte 2014 in Natural Resources Conservation am URJC und wurde mit dem Extraordinary Doctoral Thesis Award ausgezeichnet. Anschliessend arbeitete er als Postdoktorand am Institut für Integrative Biologie der ETH Zürich und an der Technical Particular University of Loja, Ecuador. 2016 wurde Carlos ein „Juan de la Cierva – Formación“ Fellowship am IMEDEA-CSIC verliehen.
Carlos konzentriert seine Forschung auf die Anpassung von Pflanzen an den Klimawandel, Reproduktionsbiologie und ökologische Wechselwirkungen. Er wendet einen integrativen Ansatz an, der Populationsgenetik und Genomik, räumliche Statistik und komplexe Netzwerkanalyse kombiniert.
