
Der Klimawandel wird voraussichtlich dazu führen, dass (sub)arktische Pflanzenarten polwärts wandern, um ihrer klimatischen Nische zu folgen. Eine schnelle Migration erfordert jedoch die Rekrutierung aus Samen, was in arktischen Regionen, in denen sich die meisten Pflanzen vegetativ vermehren, selten vorkommt. In einer aktuellen Studie veröffentlicht in AoB PLANTS, Milbauet al. untersuchten, ob sich die Rekrutierung aus Saatgut unter wärmeren und fruchtbareren zukünftigen Bedingungen verbessern würde. Sie fanden heraus, dass die Etablierung der Sämlinge kaum durch Erwärmung und Düngung beeinflusst wurde, was darauf hindeutet, dass (sub-)arktische Arten Schwierigkeiten haben könnten, ihre klimatische Nische zu verfolgen. Vorhersagen über die zukünftige Verbreitung von Arten in arktischen Regionen, die ausschließlich auf abiotischen Faktoren beruhen, können daher die Verbreitungsgebiete der Arten überschätzen.
