Aufgrund der Klimaerwärmung verändert sich der globale und regionale Wasserkreislauf, was große Auswirkungen auf die terrestrischen Ökosysteme haben wird. Da Pflanzen ein kritischer Bestandteil dieser Ökosysteme sind, werden sich veränderte Wasserkreisläufe zwangsläufig auf ihr Wachstum und ihre Fortpflanzung auswirken. Insbesondere werden sich ändernde Niederschlagsmuster Auswirkungen auf die verschiedenen Lebensphasen von Pflanzen haben. Insgesamt kann eine Änderung der Niederschlagsmenge und/oder des Niederschlagsmusters die meisten lebensgeschichtlichen Merkmale von Pflanzen beeinflussen, aber die Pflanzenreaktionen können je nach Art variieren. Künftige vermehrte Niederschläge in kalten Wüstenökosystemen können sich auf einjährige/ephemere Pflanzenarten auswirken, die sowohl im Frühling als auch im Herbst keimen.

In einer kürzlich in AoBP veröffentlichten Studie Chen et al. stellte die Hypothese auf, dass die Lebensgeschichte Merkmale von im Frühling keimenden Pflanzen von E. oxyrhynchum reagieren empfindlicher auf vermehrte Niederschläge als Herbstkeimpflanzen. Um diese Hypothese zu testen, verglichen die Autoren die Phänologie, das Überleben, die morphologischen Merkmale, die Reproduktionsleistung und die Akkumulation von Biomasse und die Zuordnung von Pflanzen aus im Frühjahr und Herbst gekeimten Samen im Feld. Sie fanden heraus, dass erhöhte Niederschläge den Lebenszyklus von im Frühjahr und Herbst gekeimten Pflanzen verlängerten, die Akkumulation der Trockenmasse und die Samenproduktion erhöhten, den Anteil der Stängel und Blätter zugewiesenen Biomasse erhöhten und den Anteil der Fortpflanzung und der Wurzeln verringerten. Im Zusammenhang mit dem Klimawandel erhöht die Erhöhung der Biomasse und der Saatgutproduktion im Frühjahr und Herbst gekeimte Pflanzen den Wettbewerbsvorteil insgesamt Erodium oxyrhynchum in der Pflanzengemeinschaft, unter der Annahme, dass andere Arten weniger positiv reagieren als Erodium oxyrhynchum.
