Licht ist die ursprüngliche Energiequelle für die Photosynthese und das Wachstum von Pflanzen, aber es fungiert auch als Signal für die Morphogenese und viele andere physiologische Prozesse. Unterschiedliche Eigenschaften des Lichts (spektrale Zusammensetzung, Intensität, Dauer und Richtung) können Pflanzenwachstum und -entwicklung beeinflussen, und obwohl die Photosynthese per Definition ein lichtabhängiger Prozess ist; sie wird durch hohe Lichtintensitäten negativ beeinflusst. Eine aktuelle Studie von abgestanden et al. und veröffentlicht in AoBP untersucht, ob das frühe Wachstum von Rosen (Rosa hybrida) unter monochromatischem (eine Wellenlänge) oder kombinatorischem (mehrere Wellenlängen) Licht könnte später in der Entwicklung Pflanzenreaktionen auf starkes Licht beeinflussen.

Experimenteller Aufbau von Bayat et al.
Repräsentative Bilder zeigen Pflanzen (A), die 3 Wochen lang unter verschiedenen Lichtspektren [blau (B), rot (R), weiß (W) und rot und blau (RB)] gezüchtet wurden, Wachstumskammern, die zum Züchten von Pflanzen unter 250 (B) und 1500 (C) µmol m−2 s−1 PPFD verwendet wurden. Bildnachweis: Bayat et al.

Rosenpflanzen wurden unter verschiedenen Lichtspektren (monochromatisches Rot, monochromatisches Blau, 70:30 % Rot:Blau oder Weiß) gezüchtet und dann starkem Licht (1500 μmol Photonen m-2 s-1) für 12 Std. Rosen wuchsen gut unter monochromatischem Licht (rot und blau), waren aber empfindlicher gegenüber nachfolgendem Stress durch starkes Licht als Pflanzen, die unter Kombinationslicht gezüchtet wurden. Erhöhte Kohlenhydratkonzentrationen (Zucker und Stärke) wurden in den Blättern von Pflanzen gefunden, die unter Kombinationslicht angebaut wurden. Der Abbau von Anthocyanin bei starker Lichteinwirkung wurde in diesen Pflanzen ebenfalls reduziert, was dazu beitrug, den photosynthetischen Apparat vor Schäden durch direktes Licht zu schützen. Günstige Beleuchtungslösungen für die Rosenproduktion haben in den letzten zehn Jahren aufgrund der gestiegenen Verfügbarkeit und niedrigeren Kosten von LED-Beleuchtung viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen, und diese Studie unterstreicht die Bedeutung der Verwendung von Kombinationslichtquellen gegenüber monochromatischer roter oder blauer Beleuchtung.

Forscher-Highlight

Sasan Aliniaeifard

Sasan Aliniaeifard promovierte. in Pflanzenphysiologie im Gartenbau unter der Leitung von Dr. Uulke van Meeteren und Professor Ernst Woltering an der Universität Wageningen in den Niederlanden im Jahr 2014. Er ist jetzt Assistenzprofessor für Pflanzenphysiologie im Gartenbau an der Universität Teheran, Iran.

Sasan ist ein Pflanzenphysiologe, der daran interessiert ist, Pflanzenreaktionen auf die Lichtumgebung zu identifizieren und die Beleuchtungsumgebung von Pflanzenfabriksystemen zu optimieren. Sein Team hat auch die Reaktionen von Gartenbaupflanzen auf eine Reihe von Umweltbelastungen untersucht, wenn Pflanzen verschiedenen Lichtumgebungen ausgesetzt sind. Er ist Managing Editor des International Journal of Horticultural Science and Technology und Organisator des International Symposium on Cut Flowers.