Viele blühende Pflanzenpopulationen sind klein oder haben unregelmäßige Formen, die den Anteil der Pflanzen am Rand der Population erhöhen. Dies reduziert die Anzahl der Nachbarn einer Pflanze, was die Paarungsmöglichkeiten verringern und zu einer verminderten Fitness führen kann. Pflanzen, die auf Bestäuber mit begrenzter Nahrungssuche angewiesen sind, wie Hummeln, können besonders anfällig für Randeffekte sein. Frühere Arbeiten haben die Samenproduktion und Partnerdiversität für Rand- und Innenpflanzen quantifiziert, jedoch wurden die Auswirkungen der räumlichen Position auf den Bestäubungserfolg und das Ausmaß der pollenvermittelten Genverbreitung noch nicht untersucht.

In ihrer neuen Studie veröffentlicht in AoBP, Friedrich et al. untersuchten, ob sich die Fitness über männliche und weibliche Funktion sowie Bestäuber-Nahrungsmuster zwischen Pflanzen am Rand oder im Inneren einer experimentellen Population von unterschied Mimulusringe. Sie fanden keine Unterschiede zwischen den Fitnesskomponenten. Allerdings waren die Bestäuberbesuchsraten für Randpflanzen signifikant niedriger. Dies deutet darauf hin, dass Pflanzenreproduktionsparameter unabhängig vom räumlichen Standort reagieren. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass Randeffekte nicht so stark sind wie allgemein angenommen und sich nur auf einige Aspekte der Bestäubungsbiologie beschränken.
Forscher-Highlight

Dorothy Christopher promovierte an der University of Georgia und ist derzeit Postdoktorandin an der University of Wisconsin – Milwaukee. Ihre Forschung konzentriert sich auf die Ökologie und Evolution pflanzlicher Paarungssysteme. Sie kombiniert genetische Techniken, Feldarbeit in natürlichen Populationen und Gewächshausexperimente, um Fragen der Pflanzenreproduktionsbiologie zu beantworten. Sie interessiert sich besonders dafür, wie Bestäuberbesuche und vererbbare Pflanzenmerkmale interagieren, um die männliche und weibliche Fitness zu beeinflussen.
