
Viele Pflanzenarten sind auf Lebensräume beschränkt, die von anthropogenen Störungen relativ unberührt sind, daher ist der Schutz dieser ungestörten Lebensräume für den Pflanzenschutz unerlässlich. Konservativitätskoeffizienten (C-Werte) sind numerische Werte, die Pflanzenarten zugewiesen werden, um ihre Empfindlichkeit gegenüber anthropogenen Störungen anzuzeigen, und diese Werte werden zunehmend verwendet, um Naturgebiete für die Erhaltung zu priorisieren und die Ergebnisse der Wiederherstellung zu überwachen. Die Zuordnung dieser Werte ist höchst subjektiv, quantitative Verbindungen zwischen C-Werten und der Ökologie einer Pflanzenart würden die Zuordnung von C-Werten erheblich verbessern.

In einer in AoBP veröffentlichten Studie Bauer et al. getestet, ob es konsistente Unterschiede in der Lebensgeschichte zwischen Arten mit hohen und niedrigen C-Werten gibt. Dazu züchteten sie Setzlinge von 54 Pflanzenarten in einem Gewächshaus und maßen Merkmale im Zusammenhang mit lebensgeschichtlichen Kompromissen (einschließlich Gesamtbiomasse, Wurzel-Spross-Verhältnis, blühende Biomasse, Anzahl der Blätter, Anteil abgestorbener Blätter, Blattdicke, Höhe, Saatabmessungen und Saatmasse). Sie züchteten auch Pflanzen mit und ohne Mykorrhizapilze, um zu testen, ob sich diese Arten auf diese Gegenseitigkeit verlassen. Lebensgeschichtliche Merkmale wurden mit C-Werten korreliert, was darauf hindeutet, dass Konservatismuskoeffizienten eng mit der Lebensgeschichtlichen Strategie einer Pflanzenart verbunden sind. Pflanzen mit hohen C-Werten und einer langsamen Lebensgeschichte reagierten besser auf Mutualismen mit Mykorrhizapilzen. Insgesamt verbinden diese Ergebnisse C-Werte mit Kompromissen in der Lebensgeschichte, was darauf hinweist, dass Arten mit hohem C-Wert dazu neigen, eine Reihe von Merkmalen zu teilen, die mit einer langsamen Lebensgeschichte verbunden sind. Relative Wachstumsrate, langlebige Blätter und Wurzel-Spross-Verhältnisse waren signifikant mit C-Werten korreliert und könnten so in Zukunft eine quantitativere und weniger subjektive Einschätzung der Störanfälligkeit einer Art ermöglichen.
Die Autoren dieser Studie und der Illustrator des obigen Bildes sind auf Twitter zu finden:
@jonathanbauer, @MycoBloom und @JuliaFpaintsbio
