Experiment zur Untersuchung der Keimung und frühen Sämlingsbildung von fünf europäischen Baumarten der Baumgrenze (Lautaret Pass, Französische Alpen, 2100 m ü.M.). Schattendächer, oben offene Kammern und Bewässerung sorgten für Gradienten der Bodentemperatur und -feuchtigkeit mit höchst eigenwilligen Auswirkungen auf die verschiedenen Arten (Foto: Hannah Loranger).

Aufgrund der Klimaerwärmung können sich die Waldgrenzen in den Alpen weltweit bergauf verschieben. Eine solche Bewegung würde zunächst die Keimung der Samen und die Etablierung von Sämlingen oberhalb der aktuellen Baumgrenzen erfordern. In einer aktuellen Studie veröffentlicht in AoB PLANTS, Lorangeret al. untersuchten diese Prozesse experimentell an fünf verbreiteten europäischen Waldbaumarten. Überraschenderweise reagierte jede Art sehr unterschiedlich auf Feuchtigkeits- und Temperaturgradienten, wobei positive und negative Reaktionen möglich waren. Diese Ergebnisse stimmen mit der Heterogenität überein, die in der Baumgrenzendynamik und den räumlichen Mustern weltweit beobachtet wird. Sie betonen nachdrücklich die Notwendigkeit artenspezifischer Parametrisierungen in Vorhersagemodellen von Baumgrenzenreaktionen auf den Klimawandel.