Bild: Kpl. James L. Yarboro, US Marine Corps/US-Verteidigungsministerium.
Bild: Kpl. James L. Yarboro, US Marine Corps/US-Verteidigungsministerium.

Elegante Forschung sollte immer bejubelt (oder veröffentlicht werden, was ich hier tue!). Und sie kommen nicht eleganter daher als die bahnbrechende Studie von David Greene und Mauricio Quesada mit dem Titel „The differentielle effect of updrafts, downdrafts and horizontal winds on the seed abscission of Tragopogon dubius"(Functional Ecology 25: 468–472, 2010). In Anerkennung dessen, dass viele Pflanzenarten die Verbreitung ihrer Samen durch den Wind fördern (Anemochorie) durch Merkmale wie auftriebsfördernde Flügel und widerstandserzeugende Fasern, stellte das Paar die Hypothese auf, dass die Evolution auch die Ausbreitungskapazität durch die Entwicklung von Mechanismen erhöhen würde, die die Abszision durch Aufwinde und nicht durch Abwinde fördern. Mit diesem Kosmopoliten Unkraut, zeigen sie genau das: Eine Kombination aus morphologischen Merkmalen und Achänenorientierung machen Aufwinde viel wahrscheinlicher als Abwinde, um einen Samen abzuschneiden. Das und der noch elegantere haarige Pappus der Früchte helfen den Fortpflanzungsorganen, von ihrem Elternteil wegzuschweben, um ein neues Leben zu beginnen (Keimungsermöglichung und Keimlingsbildung - ausreichende Bedingungen vorausgesetzt!). Das Duo spekuliert – vernünftigerweise (und wie es alle guten Artikel tun sollten!) – dass solche Mechanismen üblich sind und schließlich als entscheidende Komponente der Samenbewegung über große Entfernungen für fast alle windverbreiteten Arten angesehen werden. Gute Arbeit! Andere Arten verwenden jedoch eher opportunistische Mittel, um ihre Saat zu säen. Beispielsweise beschreiben Kimberley Taylor und Kollegen in einer Veröffentlichung der Montana State University Extension Feldstudien, die zeigen, inwieweit Fahrzeuge Samen sammeln und verteilen, insbesondere „schädliche Unkräuter'. Zu den Ergebnissen gehörte, dass Fahrzeuge abseits befestigter Wege deutlich mehr Samen aufnehmen als auf befestigten Wegen – bis zu 5500 Samen pro Meile im Vergleich zu etwa 400. Die Studie auf Militärgelände zeigte, dass Fahrzeuge bei Nässe ein Vielfaches an Samen sammelten als bei Trockenheit. Allerdings blieben nach 160 Meilen Fahrt unter trockenen Bedingungen bis zu 99 % der Samen am Fahrzeug haften. Kettenfahrzeuge nahmen zudem mehr Samen auf als Radfahrzeuge. Wenig vorhersehbar (aber enttäuschend für uns Autopflege-Gegner) empfehlen die Forscher, Fahrzeuge regelmäßig zu waschen, um die Ausbreitung von Unkraut in nicht befallene Gebiete einzudämmen. Hoffentlich bringen die Militärfahrzeuge, die aus ihren weit entfernten Kriegsgebieten zurückkehren, keine unerwünschten blinden Passagiere (weder botanische noch andere Art!) mit.