Biologische Invasionen sind ein bestimmendes Merkmal des Anthropozäns (der menschlichen Epoche). Etwa 4 % aller noch vorhandenen Gefäßpflanzenarten haben inzwischen Wildpopulationen außerhalb ihres heimischen Verbreitungsgebiets etabliert (eingebürgert). Die Zahl dieser Arten, die invasiv geworden sind, dh sich weit und zum Nachteil anderer Arten ausgebreitet haben, ist beträchtlich und nimmt rapide zu. Daher gilt die vom Menschen verursachte Einschleppung von Arten außerhalb ihres heimischen Verbreitungsgebiets als eine der größten Bedrohungen für die Biodiversität, jedoch fehlt derzeit eine umfassende Analyse der Treiber globaler Invasionen.

In einem kürzlich veröffentlichten Editor's Choice-Artikel in AoBP, Essl et al. Analysieren Sie die Auswirkungen biogeografischer, physischer Umwelt- und sozioökonomischer Faktoren auf die Anzahl eingebürgerter und invasiver Pflanzenarten im Verhältnis zu einheimischen Arten in 838 Landregionen. Sie zeigen, dass die Zahl der eingebürgerten und invasiven Pflanzenarten im Verhältnis zum einheimischen Artenreichtum auf (sub)tropischen Inseln am höchsten ist und dass sozioökonomische Faktoren die invasive Ausbreitung nach der Einbürgerung fördern. Um die internationalen Biodiversitätsziele zu erreichen und die nachteiligen Folgen von Pflanzeninvasionen zu stoppen, ist es wichtig, die Verbindung zwischen sozioökonomischer Entwicklung und zunehmenden Pflanzeninvasionen zu unterbrechen, indem das Wegemanagement, die Früherkennung und die schnelle Reaktion verbessert werden, mit besonderem Schwerpunkt auf Inseln .
Forscher-Highlight

Franz Essl lebt in Österreich. Er promovierte an der Universität Wien und ist dort derzeit Assistenzprofessor. Franz ist Ökologe mit den Schwerpunkten Global Change Biology, Macroecology und Conservation Biology. Sein besonderes Interesse gilt der Invasionsökologie. Er veröffentlichte c. 160 Publikationen und ist in der Liste der „Highly Cited Scientists“ aufgeführt. Jüngste Arbeiten befassen sich mit der Dokumentation und dem Verständnis großräumiger biogeografischer Muster gebietsfremder Arten, der Vorhersage, wie sich diese Muster im Rahmen des globalen Wandels ändern könnten, und zielen darauf ab, unser Verständnis der Auswirkungen gebietsfremder Arten zu verbessern.
