
Die fortschreitende Zerstörung von Urwäldern setzt tropische Waldarten, bei denen Epiphyten ein Schlüsselelement sind, stark unter Druck. Um lebensfähige Epiphytengemeinschaften in fragmentierten Landschaften zu erhalten, müssen verbleibende bewohnbare Gebiete ausreichend miteinander verbunden sein. In einer aktuellen Studie veröffentlicht in AoB PLANTS, Einzmann und Zotz untersuchten experimentell vier lebenswichtige Ausbreitungsschritte eines Gefäßepiphyten in menschlichen modifizierten Landschaften. Ihre Ergebnisse deuten auf eine hohe Ausbreitungsfähigkeit und eine erfolgreiche frühe Etablierung für anemochore Arten hin. Daher können sich potenziell regenerierende Wälder erheblichen Input aus Quellen wie Weidebäumen erhalten und auf diese Weise an struktureller Komplexität gewinnen, was auch ihren Wert für andere Waldorganismen wie Kronenarthropoden erheblich steigert.
