Wie sieht man eine Wassermelone, die nicht da ist? Paris, Daunay und Janick setzen ihre Studie über die sich verändernden Ernten des Mittelmeerraums mit einer Studie über fort Mittelalterliche Ikonographie von Wassermelonen im mediterranen Europa. Sie haben die früheste genaue Darstellung einer Wassermelone aus Italien aus der Zeit um 1300 gefunden. Allerdings sind nicht alle Wassermelonen gleich. Die süße Wassermelone, die wir heute in Europa anbauen, hatte eine andere Sorte, die jetzt weniger verbreitet ist.

Paris et al. haben gezeigt, dass Melonen in der Antike im Mittelmeerraum weit verbreitet waren. Melonen und Wassermelonen sind aufgrund von Bildern im alten Ägypten schon viel früher bekannt. Sie zitieren Bilder von Wassermelonen aus dem Alten Reich. Das Datum, 3100-2180 v. Chr., bedeutet, dass wir zeitlich näher am Römischen Reich sind als diese Bilder. Sie sind erstaunlich alt.

Es sieht so aus, als ob die frühesten Wassermelonen aus Afrika stammen, wo Landwirte Zitronat-Wassermelonen von ihren wilden Verwandten zähmen. Es wird angenommen, dass süße Wassermelonen von den Zitronenwassermelonen stammen. Sie stellen fest, dass die Römer viel häufiger Schlangenmelonen als Wassermelonen darstellten. Das Verfolgen von Wassermelonen in der späteren Literatur ist schwierig. Die Namen können sich leicht ändern und die Bilder sind oft stilisierte Kopien früherer römischer Texte.

Sie fanden eine Veränderung nach 1300, wobei Wassermelonen in mittelalterlichen Texten und genauen Bildern von ihnen auftauchten, obwohl es nach dieser Zeit allgemein eine große Verbesserung der Illustration zu geben scheint. Sie fanden heraus, dass die Wassermelonen auf den Bildern sowohl süße Wassermelonen als auch Zitronenwassermelonen zu sein scheinen. Doch in Europa neigen wir dazu, nur die süßen Wassermelonen anzubauen, warum also erscheinen Zitronat-Wassermelonen in europäischen Texten?

Melonen insipidi
Melones insipidi der Tacuinum sanitatis

Paris et al. deuten darauf hin, dass die Wassermelone noch in der Antike und im Mittelalter entwickelt wurde. Der Vorteil der Zitronen-Wassermelone gegenüber der süßen Wassermelone ist, dass sie viel anpassungsfähiger ist. Als sie durch die Züchtung mit süßen Wassermelonen besser für Europa geeignet wurden, ersetzten sie die Zitronat-Wassermelonen. Was vom Zitronat-Wassermelonen-Anbau übrig geblieben ist, sind die Bilder in den Kräutermanuskripten. Die Zitronenwassermelonen selbst sind verschwunden.

Literaturhinweis

Paris HS, Daunay MC & Janick J. (2013). Mittelalterliche Ikonographie von Wassermelonen im mediterranen Europa,

Annals of Botany, 112.

(5) 867-879. DOI:
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Bild

Melonen insipidi Tacuinum sanitatis, Österreichische Nationalbibliothek, Wien, Cod. Ser. Nr. 2644, fol. 21v.