Wie bringt man Menschen dazu, sich für den Pflanzenschutz zu interessieren? Pavol Prokop und seine Kollegen haben einen Weg gefunden, die Herzen der Öffentlichkeit zu berühren. Sie entdeckten, dass Menschen empfinden großes Mitgefühl für sichtlich kränkelnde Pflanzen, wie sie es bei misshandelten Tieren tun würden. Dies eröffnet einen anderen Ansatz für den Artenschutz, als ihn nur als reine Wissensvermittlung zu betrachten.
Die Methode, die das Team verwendete, um Mitgefühl zu testen, war zwar etwas düster, aber effektiv. Die Forscher zeigten den Versuchspersonen Fotos von Pflanzen vor und nach Wasserstress, um Mitgefühl zu testen. Natürlich wäre es unethisch, Tiere für ein solches Experiment zu misshandeln, aber Menschen sind nicht immer so nett, also konnte das Team den Versuchspersonen Fotos von misshandelten und behandelten Hunden zeigen, um ihre Mitgefühlsreaktionen zu vergleichen. Die Teilnehmer bewerteten ihre Bereitschaft, für den Naturschutz für jedes zufällig präsentierte Tier oder jede Pflanze zu zahlen, auf einer siebenstufigen Skala.
Prokop und seine Kollegen fanden heraus, dass die Menschen für Pflanzen, die unter Wasserstress leiden, ein ähnliches Maß an Mitgefühl zeigten wie für misshandelte Tiere. Sie stellten auch fest, dass die Seltenheit einer Pflanze einen Unterschied machte: Den selteneren Pflanzen wurde mehr Sorgfalt entgegengebracht. Der Schlüssel zur Reaktion einer Person scheint eine emotionale Verbindung mit dem Objekt zu sein. Menschen mit höheren Werten auf der Skala der Naturschutzeinstellungen zeigten eher auch eine starke emotionale Verbindung mit Pflanzen und Tieren.
Diskussionen über Pflanzenblindheit oder mangelndes Bewusstsein für Pflanzen konzentrierten sich oft auf mangelndes Wissen, was dazu führte, dass Menschen Pflanzen ignorierten. Die Ergebnisse von Prokop und Kollegen legen nahe, dass das größere Problem darin liegt, dass es den Menschen einfach egal ist. Ein häufiger Kommentar in Artikeln wie diesen ist, dass Pflanzen als „weniger lebendig“ angesehen werden als Tiere. Indem Prokop und Kollegen die Leidensfähigkeit einer Pflanze hervorhoben, machten sie auch deutlich, dass eine Pflanze lebendig sein muss, um leiden zu können.
Seltene Pflanzen mit Äxten anzugreifen ist wahrscheinlich keine hilfreiche Naturschutzmaßnahme, aber darauf hinzuweisen, wie Pflanzen leiden, ist eine. Eine häufige Formulierung ist „Der Welt einsamster Baum„Alternativen wären, dass Pflanzen durch steigende Temperaturen aus ihren Heimatgebieten vertrieben werden oder von neugierig entschlossenen Eichhörnchen vertrieben genauso wie ein Bergbauunternehmen beschließt, das Gebiet erkunden zu wollen. Beim Naturschutz ist es wichtig, die Köpfe einzubeziehen, aber der erste Schritt geht durch das Herz.
Prokop, P., Belzárová, K. & Čergeťová, IT (2025). Mitgefühl und die wahrgenommene Seltenheit von Pflanzen können die Wertschätzung für Pflanzen steigern. Mensch und Natur. https://doi.org/10.1002/pan3.10775
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