Es wird allgemein angenommen, dass der Klimawandel die Pflanzenverteilung beeinflusst, indem er die Eignung einer Art für ihre Umgebung verringert und ihre effektive Reichweite verringert. Die Modellierung kann verwendet werden, um potenzielle Änderungen in der Verbreitung zu bewerten, aber die klassische Verbreitungsmodellierung geht davon aus, dass eine Art eine homogene Gruppe mit einer optimalen Nische ist. Angesichts der unbestreitbaren Beweise für eine unterschiedliche lokale Anpassung verschiedener Populationen innerhalb einer Art können die Ergebnisse einer solchen Modellierung irreführend sein. Tatsächlich haben einige neuere Studien sogar gezeigt, dass lokal angepasste Populationen einer Art unterschiedlich auf den Klimawandel reagieren. Die Einbeziehung der Populationsdifferenzierung in diese Modelle könnte uns darüber informieren, wie sich lokale Populationen von Arten in großen geografischen Regionen bilden, und es uns ermöglichen, potenzielle Auswirkungen zukünftiger Umweltveränderungen auf diese Populationen vorherzusagen.

S. pimpinellifolium stammte aus Ecuador und seine drei genetischen Gruppen waren nach Süden divergiert. Bildnachweis: Lin et al.

In einer neuen Studie veröffentlicht in AoBP, Lin et al. eine Hypothese vorschlagen, dass Nachtschatten pimpinellifolium, ein wilder Verwandter der Tomate, stammt ursprünglich aus Ecuador und breitete sich in Peru nach Süden in genetisch differenzierte Gruppen aus. Sie deuten auch darauf hin, dass während der Divergenz die Nische der südlichen Populationen von S. pimpinellifolium wurde zunehmend mit Dürre und Kälte in Verbindung gebracht. Unter Verwendung umweltbezogener, geografischer und lokalisierter populationsgenetischer Daten in ihrer Modellierung zeigten die Autoren, dass die Ahnengruppe in Ecuador unter dem anthropogenen Klimawandel ihre Verbreitung beibehalten oder sogar erweitern kann. Andererseits könnte die Gruppe im Süden Perus ihre Verbreitung schrumpfen sehen. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass es unter genetischen Gruppen dieser Art unterschiedliche zukünftige Schicksale geben könnte, die von ihren einzigartigen Umweltanpassungen bestimmt werden könnten. Sie stellen jedoch auch fest, dass eine hohe genetische Vielfalt zwar als Puffer behandelt werden kann, der die sofortigen Auswirkungen einer sich ändernden Umwelt verringert, dies jedoch nicht das zukünftige Schicksal einer Population garantiert.

Dieser Artikel wurde im Rahmen der AoBP Sonderheft mit dem Titel Die Ökologie und Genetik der Populationsdifferenzierung bei Pflanzen.