In vielen gemäßigten Ökosystemen verringert die mit dem Klimawandel verbundene Erwärmung die Tiefe und Dauer saisonaler Schneedecken, was zu dramatischen Veränderungen der Bodenumgebung führt. Dicke Schneedecken schützen den Boden vor Schwankungen der Lufttemperatur, während dünnere Schneedecken den Boden anfällig für große Temperaturschwankungen, häufigere Gefrier- und Auftauzyklen und Gefrieren in größeren Tiefen machen. Diese Veränderungen werden zweifellos Auswirkungen auf die Pflanzen- und Mikrobengemeinschaften dieser Ökosysteme und die Wechselwirkungen zwischen ihnen haben. Schneeschimmel sind Pilze, die unter dem Schnee wachsen und Pflanzen über den Winter infizieren können und nachweislich die Überwinterungssterblichkeit bestimmter Pflanzenarten verursachen. Es ist jedoch wenig darüber bekannt, wie sich Erwärmung (und dünnere Schneedecken) auf Schneeschimmel und ihre Wechselwirkungen mit Pflanzen in diesen Ökosystemen auswirken werden.

In einer kürzlich in AoBP veröffentlichten Editor's Choice-Studie Klein et al. untersuchte das Potenzial des Klimawandels, das Wachstum eines zerstörerischen invasiven einjährigen Grases zu fördern, Bromus tectorum, indem die Schneedecke reduziert und die Pflanze von Schneeschimmelinfektionen befreit wird. Die Autoren führten Gewächshaus- und Feldexperimente durch, um die Wechselwirkung zwischen früher Schneeschmelze und entweder der Fungizidzugabe oder der Schneeschimmelinfektion zu untersuchen B. tectorum. Sie fanden Beweise dafür, dass Schneeschimmel die Samenproduktion begrenzt, aber nicht das Überleben oder das allgemeine Bevölkerungswachstum. Diese Ergebnisse werden dazu beitragen, Managemententscheidungen in Gebieten zu treffen, in denen Tiefe und Dauer der Schneedecke in Zukunft abnehmen werden, wodurch sie anfällig für invasive Arten werden. Die Autoren betonen auch, dass das Potenzial des Klimawandels zur Verringerung der Auswirkungen von Krankheitserregern bei kaltem Wetter weitere Untersuchungen verdient.
Forscher-Highlight
Dieses Papier war eine Zusammenarbeit zwischen Mitgliedern der Laborgruppe von Peter Adler an der Utah State University. Danielle Smull, eine MS-Studentin, entwarf und führte das Feldexperiment durch. Nicole Pendleton, die im Sommer als Research Experience for Undergraduates-Studentin arbeitet, entwarf und führte das Laborexperiment durch. Andy Kleinhesselink isolierte den Schneeschimmel und half als Mentor für Dani und Nikki. Andy ist jetzt Postdoktorand an der University of California in Los Angeles.
Das Adler-Labor untersucht die Reaktionen von Pflanzenpopulationen und Gemeinschaften auf klimatische Schwankungen und Veränderungen, mit besonderem Schwerpunkt auf der Rolle von Arteninteraktionen bei der Vermittlung von Auswirkungen des Klimawandels. Die aktuelle Arbeit im Labor versucht, Vorhersagemodelle mit unabhängigen Daten rigoros zu validieren.
Mehr über die Arbeit des Adler-Labors können Sie hier lesen: https://qcnr.usu.edu/labs/adler_lab/
