Die Hybridisierung war ein Schlüsselfaktor für die Artbildung in Pflanzen, oft in Kombination mit der Verdoppelung von Chromosomensätzen (Allopolyploidie). Veränderungen der Chromosomenzahl können im Gegensatz zu extrinsischen Barrieren wie Nischendifferenzierung oder entfernungsbasierter Isolation intrinsische Reproduktionsbarrieren darstellen. Obwohl Studien darauf hindeuten, dass Allopolyploide möglicherweise keine extrinsischen Fortpflanzungsbarrieren für die Speziation benötigen, scheinen sie die Speziation bei homoploiden Hybriden stark zu fördern.

In einem Artikel, veröffentlicht in Annals of Botanyverwendeten Hauptautorin Sandra Grünig und Kollegen sowohl Plastiden- als auch Kernsequenzen, um die genetische Variation von zu charakterisieren Pulmonaria helvetica (2n=24), ein wenig verstanden vermeintliche Hybride heimisch in Schweizer Wäldern in niedrigen Lagen, um ihre Herkunft und Bevölkerungsstruktur zu verstehen. Die Forscher verwendeten auch vergleichende ökologische Modellierung, um zu untersuchen, ob die Nischendifferenzierung eine wichtige Rolle bei der reproduktiven Isolation der Pflanze spielte.

Entfernungsbasiertes Median-Verbindungsnetzwerk von Pulmonaria-Proben, die Arten gemäß dem Gremium zugeordnet wurden. Quelle. Grünig et al. 2021.

Genotypisierung von P. helvetica zeigte eine gut abgegrenzte Gruppe in Bezug auf ihre nächsten Verwandten. Sein Genpool stimmt mit einem hybriden Ursprung überein P. mollis (2n=18, 22) als mütterlicher Vorfahr und P. officinalis (2n=16) als väterlicher. P. helvetica's Identität als unabhängige Art wurde auch durch begrenzte Introgression in Kontaktzonen mit anderen unterstützt Pulmonaria Arten, was auf reproduktive Isolation hindeutet, obwohl die beteiligten chromosomalen Umlagerungen schwer fassbar bleiben.

Pulmonaria helveticaDie aktuelle Reichweite von war bis dahin vollständig von Eis bedeckt circa vor 16,000 Jahren, so dass die Hybridisierung vermutlich nach der Wiederbesiedlung von Wäldern auf dem Schweizer Mittelland vor etwa 13,000 Jahren stattgefunden hat, als sekundärer Kontakt zwischen Populationen der elterlichen Art zustande kam. Die vergleichende ökologische Modellierung konnte zumindest für abiotische Faktoren keine signifikante Differenzierung zwischen den Nischen der Hybride und ihrer Elternart zeigen.

Überraschenderweise ist der Hybrid in seinem engen Verbreitungsgebiet reichlich vorhanden. „Die effektive Ausbreitung einer so jungen Art könnte durch Hybridisierung gefördert worden sein, von der bekannt ist, dass sie die Belastung schädlicher rezessiver Allele maskiert, die in Elternpopulationen fixiert sind, und zu Heterosis führt“, schreiben die Autoren. Insgesamt zeichnen die Ergebnisse ein Bild eines Hybriden, bei dem die Nischendifferenzierung einen begrenzten Einfluss hatte, aber chromosomale Veränderungen, die den Genfluss reduzieren, der Schlüssel gewesen sein könnten.