Nicht alle fleischfressenden Pflanzen sind gleich fleischfressend. Kurosawa & Oakes untersuchten drei Arten fleischfressender Pflanzen, die in oder um Teiche in Neuengland vorkommen. Ihre Studie über aquatische Utricularia inflata (Wasserschlauch), terrestrisch Sarracenia purpurea (Schlauchpflanze) und Drosera intermedia (Sonnentau) und ihre Nährstoffquellen zeigten, dass Die Wasserschlauchgewächse waren hinsichtlich der Nährstoffversorgung viel stärker von ihrer Beute abhängigs als die Landpflanzen.
Die Botaniker fanden heraus, dass die Wasserschlauchpflanzen 70-100 % ihrer Nährstoffe aus Beutetieren beziehen. Im Gegensatz dazu beziehen die Landpflanzen Kannenpflanze und Sonnentau 30-60 % ihrer Nährstoffe aus Beutetieren. Die Kannenpflanzen haben sich auf Ameisen spezialisiert, während die Sonnentaupflanzen eine abwechslungsreichere Ernährung haben. Man geht davon aus, dass die Wasserschlauchpflanzen seston das ist alles, was im Wasser schwebt, Zooplankton, Phytoplankton und alles andere.
Wissenschaftler sammelten über drei Saisons hinweg Pflanzen- und Beuteproben aus zwei Teichen. Anschließend maßen sie die stabilen Isotopenverhältnisse in den Pflanzen und potenziellen Nahrungsquellen. Dadurch konnten sie die Mischung aus Kohlenstoff- und Stickstoffisotopen analysieren und feststellen, woher die Nährstoffe höchstwahrscheinlich stammten.
Soweit Kurosawa und Oakes wissen, handelt es sich hierbei um die erste Studie, in der die Ernährung mehrerer fleischfressender Pflanzenarten über einen bestimmten Zeitraum und an verschiedenen Orten verglichen wird. Die Studie zeigt Unterschiede zwischen aquatischen und terrestrischen fleischfressenden Pflanzen auf. Die Botaniker glauben, dass es das Fehlen von Wurzeln ist, das den Wasserschlauch so abhängig von Beute macht, und dass dies als Grundlage für Schutzbemühungen für die Pflanzen und ihre Lebensräume dienen kann.
Kurosawa, E., & Oakes, JM (2024). Was steht auf dem Speiseplan? Botanische Karnivorie bei fleischfressenden Pflanzen Neuenglands (USA). Freshwater Biology, 00, 1–13. https://doi.org/10.1111/fwb.14341 (OA)
