Tangarife-Escobar und Kollegen haben Erkenntnisse gewonnen über Kohlenstoffkreislauf in borealen WäldernDie Wissenschaftler untersuchten einen Waldbestand in Nordschweden und untersuchten, wie sich Kohlenstoff durch verschiedene Teile des Ökosystems bewegt.
Das Team fand heraus, dass der Kohlenstoffkreislauf in lebenden Pflanzen schnell verläuft und nur Monate bis Jahre dauert. In abgestorbenen Pflanzenteilen und Holz kann Kohlenstoff jedoch jahrzehntelang erhalten bleiben. Überraschenderweise gelangt nur sehr wenig neuer Kohlenstoff in tiefere Mineralböden, wo er langfristig gespeichert werden könnte.
Die Wissenschaftler haben Radiokohlenstoff gemessen, um zu verfolgen, wie sich Kohlenstoff durch verschiedene Waldbestandteile bewegt. Diese Technik nutzt den „Bomben-Spike“ von Radiokohlenstoff, der in den 1950er und 60er Jahren durch Atomtests freigesetzt wurde, als Tracer. Höhere Konzentrationen dieses Radiokohlenstoffs weisen auf jüngeren Kohlenstoff hin, während niedrigere Konzentrationen auf älteren Kohlenstoff hindeuten.
Die Forscher stellten fest, dass der Kohlenstoff in Blättern, Moos und Pilzen ziemlich neu war – im Durchschnitt weniger als zwei Jahre alt. Im Gegensatz dazu war der Kohlenstoff in totem Holz und der oberen Bodenschicht Jahrzehnte alt. Beunruhigend ist, dass mineralische Böden unterhalb von 10 cm Tiefe sehr wenig neuen Kohlenstoff enthielten, obwohl sie große Mengen alten Kohlenstoffs speicherten.
Die Forschung liefert neue Beweise dafür, dass mineralische Böden sehr wenig neuen Kohlenstoff aufnehmen, was Annahmen über die langfristige Kohlenstoffspeicherung in diesen Ökosystemen in Frage stellt.
Insgesamt liefern wir Hinweise auf eine langsame Akkumulationsrate von SOM (organische Bodensubstanz), die auf die oberflächlichste Bodenschicht beschränkt ist. In Verbindung mit der schnellen Atmung des Ökosystems weist dies darauf hin, dass die Böden borealer Wälder möglicherweise nicht für die kurzfristige Kohlenstoffbindung geeignet sind.
Tangarife-Escobar, A., Guggenberger, G., Feng, X., Muñoz, E., Chanca, I., Peichl, M., Smith, P. & Sierra, C. A. (2024). Radiokohlenstoff-Isotopenungleichgewicht zeigt geringe Einlagerung von neuem Kohlenstoff in Mineralböden eines borealen Waldökosystems. Journal of Geophysical Research: Biogeosciences. https://doi.org/10.1029/2024JG008191 (OA)
