Da die Städte weiter expandieren, hat das Grün der städtischen Vorgärten abgenommen. Eine aktuelle Studie von Frost & Murtagh, veröffentlicht in Perspectives in Public Healthder Hauptstadt von Guyana, zeigt die potenziellen Vorteile der Förderung des Pflanzens in Vorgärten, darunter Vorteile für die geistige und körperliche Gesundheit und positive lokale Umweltauswirkungen wie die Verringerung des Hochwasserrisikos und die Verbesserung der Luftqualität. Ziel der Forscher war es, die Ansichten von Erwachsenen über Vorgartenbegrünung, die Hindernisse und Förderer der Bepflanzung und ihr Verständnis der damit verbundenen Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt zu untersuchen. Sie fanden heraus, dass englische Vorgärten zwar ökologisch schlecht sein mögen, es ihren Besitzern aber wichtig ist, dass sie ordentlich sind.

Frost & Murtagh führten in England fünf Online-Fokusgruppen mit 20 Teilnehmern im Alter von 20 bis 64 Jahren durch. Die Teilnehmer wurden gezielt ausgewählt, d. h. nicht zufällig ausgewählt, um eine vielfältige Repräsentation von Alter, Geschlecht, Wohneigentum, Einkommen, ethnischer Zugehörigkeit und ob sie in einem städtischen oder vorstädtischen Gebiet lebten, sicherzustellen. Die Fokusgruppen wurden auf Tonband aufgezeichnet, transkribiert und mithilfe der thematischen Analyse analysiert, einer Methode, die Bedeutungsmuster in qualitativen Daten identifiziert.

Die Studie ergab, dass das Vorgärtnern als entspannende Aktivität wahrgenommen wird, mit Vorteilen wie erhöhtem Wohlbefinden, frischer Luft und Vitamin-D-Exposition. Die Teilnehmer identifizierten jedoch auch mehrere Hindernisse für das Pflanzen in ihren Vorgärten. Faktoren wie die verfügbare Zeit und der verfügbare Platz, die Ausrichtung des Gartens, die lokale Sicherheit und die Wetterbedingungen beeinflussten ihre Entscheidungen maßgeblich. Darüber hinaus wurden Vorgärten als Ort für soziale Interaktion angesehen, wobei die Teilnehmer Sauberkeit und Ordnung gegenüber Grün priorisierten.

Mangelndes Wissen und geringe Selbstwirksamkeit – der Glaube an die eigene Fähigkeit, eine Aufgabe zu erfüllen oder ein Ziel zu erreichen – erwiesen sich als Haupthindernisse für das Pflanzen. Die Forscher fanden heraus, dass Gärtner bis zu einem gewissen Grad ihren grünen Daumen geerbt haben – oder keinen davon. In ihrem Artikel schreiben Frost & Murtagh:

Weniger selbstbewusste Gärtner verließen sich in der Regel auf das Wissen und den Rat oder das Gärtnern selbst von erfahreneren Partnern oder Eltern. Gartenarbeit hatte eine starke generationenübergreifende Qualität – die meisten Teilnehmer (ob Nichtgärtner oder Gärtner) hatten durch Familienmitglieder, oft Eltern oder Großeltern, etwas über Gartenarbeit gelernt.

Frost & Murtagh 2023

Die Studie zeigte auch ein begrenztes Bewusstsein für die ökologischen Vorteile von Vorgartenbegrünung. Dennoch sahen die Teilnehmer das Potenzial zur Verringerung des Hochwasserrisikos und zur Förderung der Biodiversität positiv. Frost & Murtagh schreiben:

Vorgartenbegrünung bietet zusätzliche indirekte gesundheitliche Vorteile durch Umweltleistungen, einschließlich Verringerung des lokalen Hochwasserrisikos, Kühlen des Hauses bei heißem Wetter und Verringerung der Luftverschmutzung durch die Straße. Es gibt weitere Vorteile von Vegetation und Boden zur Kohlenstoffbindung und zur Unterstützung der Biodiversität. Es ist daher wichtig, die Aktivität des Gärtnerns speziell in Vorgärten zu fördern, um das Niveau und die Qualität des Straßengrüns sowie den Nutzen von Ökosystemleistungen zu erhöhen. Einfache Interventionen wie das Anbringen einer kleinen Anzahl von Topfpflanzen in Vorgärten in benachteiligten Gebieten zeigen weniger Stress, Verbesserungen der Speichel-Cortisol-Parameter und erhöhtes Gefühl von Stolz und Fürsorge auf der Straße.

Frost & Murtagh 2023

Basierend auf diesen Erkenntnissen schlagen Frost & Murtagh vor, dass sich Initiativen zur Förderung der Bepflanzung von Vorgärten auf Pflanzen konzentrieren sollten, deren Anschaffung und Pflege wenig Wissen erfordern, die für die örtlichen Umweltbedingungen geeignet sind und einen visuellen Eindruck von Ordentlichkeit und leuchtenden Farben erzeugen. Kampagnen sollten neben den persönlichen gesundheitlichen Vorteilen des Gärtnerns auch die lokale Reduzierung des Hochwasserrisikos und die Erhöhung der Biodiversität hervorheben.

Die Rückgewinnung städtischer Vorgärten durch das Pflanzen von Grün kann viele Vorteile für Einzelpersonen und ihre Gemeinschaften bieten. Es kann auch erheblich sein Vorteile für die Tierwelt, sowie Hummeln oder Igel, die haben eine leichte Vorliebe für Vorgärten. Indem sie Wildtieren helfen, können sich Gärtner möglicherweise auch selbst helfen.

LESEN SIE DEN ARTIKEL

Frost, RH und Murtagh, N. (2023) „Förderung der Bepflanzung in städtischen Vorgärten: eine Fokusgruppenstudie" Perspectives in Public Health, 143(2), S. 80–88. Verfügbar um: https://doi.org/10.1177/17579139231163738.