Die Blütenfarbe spielt eine wichtige Rolle bei der Anziehung und Entscheidungsfindung von Bestäubern. Unterschiedliche funktionelle Gruppen von Bestäubern neigen dazu, unterschiedliche Blütenfarben zu bevorzugen, und können daher je nach visuellem System der dominanten Bestäuber zu unterschiedlichen Blütenfarbenzusammensetzungen zwischen verschiedenen Gemeinschaften führen. Allerdings haben nur wenige Studien den Zusammenhang zwischen der Bestäuberfauna und der Blütenfarbzusammensetzung in natürlichen Lebensgemeinschaften, einem Thema, untersucht Ishii et al. entdecken.
Die Autoren maßen die spektrale Blütenreflexion von 106 japanischen und 96 neuseeländischen Alpenpflanzen im Wellenlängenbereich von 300–700 nm. Sie untersuchten auch die Zusammensetzung der Bestäuberfauna in den Gemeinschaften und die Arten von Bestäubern für jede Pflanzenart.

Auf der Grundlage von Farbsehmodellen für Bienen und Fliegen sowie einer Hauptkomponentenanalyse unter Berücksichtigung der phylogenetischen Nicht-Unabhängigkeit zwischen Pflanzenarten schienen die Blütenfarben eher je nach Bestäubertyp als nach geografischer Region zu variieren. Folglich unterschied sich die Zusammensetzung der Blütenfarbe zwischen den Regionen, was die gemischte Bestäuberfauna Japans aus Biene und Fliege und die fliegendominante Bestäuberfauna Neuseelands widerspiegelt. Nach dem Bienen-Farbsehmodell schien die Mehrheit der Farben von Hymenopteren-bestäubten Blüten von Bienen unterschieden zu werden. Im Gegensatz dazu würden viele der Farben von Diptera-bestäubten Blumen von Bienen und Fliegen nicht unterschieden werden.
Die Ergebnisse legen nahe, dass die Unterschiede in der Zusammensetzung der Blütenfarbe zwischen japanischen und neuseeländischen Alpengemeinschaften eher auf Unterschiede in der Bestäuberfauna in diesen Gemeinschaften zurückzuführen sind als auf Unterschiede in abiotischen Faktoren zwischen den geografischen Regionen und dem phylogenetischen Ursprung der Gemeinschaften.
