Einige Pflanzen pflegen mutualistische Beziehungen mit Ameisen, bei denen die Pflanzen Ressourcen wie Nektar anbieten und die Ameisen die Pflanze vor Pflanzenfressern verteidigen. In dieser Studie interessierten sich Souza und seine Kollegen jedoch für die indirekten Auswirkungen solcher Interaktionen und untersuchten, wie sich Pflanzen, die sich schützende Ameisen teilen, gegenseitig in ihrer Verteidigung beeinflussen. Während einige Pflanzen mehr Ameisen anzogen, Dies führte nicht zu einer Verringerung der Blattschäden bei Nachbarpflanzen.
Das Team untersuchte 21 Pflanzenarten im brasilianischen Amazonasgebiet, beobachtete Ameisenbesuche und maß Blattschäden. Sie nutzten Netzwerkanalysen, um zu verstehen, wie sich Pflanzen indirekt gegenseitig durch gemeinsame Ameisen beeinflussen, und verglichen den Grad der Herbivorie zwischen verschiedenen Pflanzenarten.
Pflanzenarten mit aktiveren Nektardrüsen zogen mehr Ameisen an, insbesondere dominante Ameisenarten. Diese erhöhte Ameisenpräsenz führte jedoch nicht zu weniger Blattschäden bei nahe gelegenen Pflanzen, die für Ameisen weniger attraktiv waren. Die Autoren führten das Ausbleiben indirekter Effekte auf die geringe Pflanzenfraßrate der getesteten Pflanzen und die kleinen Futterflächen der Ameisen zurück.
Im Gegensatz zu früheren Studien zur Bestäubung stellte diese Forschung begrenzte indirekte Effekte zwischen Pflanzen fest, die sich schützende Ameisen teilen, was bisherige Annahmen über die Interaktion zwischen Pflanzen und Ameisen in Frage stellt. Dieses Ergebnis deutet darauf hin, dass die Auswirkungen gemeinsamer mutualistischer Partner je nach der spezifischen Art der Interaktion und den beteiligten Organismen stark variieren können.
Souza, C., Leal, LC, Baccaro, FB, Bergamo, PJ, Bronstein, JL, Rey, PJ & Nogueira, A. (2024). Die gemeinsame Nutzung von Ameisen durch Pflanzenarten mit extrafloralen Nektarien hat einen geringen Einfluss auf den Pflanzenfraß in einem tropischen Ökosystem. Journal of Ecology, 14394. https://doi.org/10.1111/1365-2745.14394 ($)
