Botaniker interessieren sich seit langem für die Position von Staubbeuteln in einer Blume. Die Staubbeutel sind Teil der männlichen Organe und produzieren den Pollen in der Blüte. Staubbeutel produzieren den Pollen und sitzen am Ende von Filamenten als Teil des Staubblatts. Ihre Position ist wichtig, da diese Besucher der Blüte treffen müssen, um den Pollen zur nächsten Blüte zu transportieren. Aber sie sind oft sehr prominent in der Blüte. Könnte da mehr an anderer Stelle stehen als rein funktionale Features.

Raphanus raphanistrum
Raphanus raphanistrum aus Commanster, belgische Hochardennen. Bild: James K Lindsey / Wikipedia

Sapir und Kollegen haben die Blüten des wilden Rettichs untersucht, Raphanus raphanistrum, um zu sehen, ob eine andere Position auch als visuelle Attraktion für Bestäuber genutzt werden kann. Normalerweise ist wilder Rettich eine einjährige oder kurzlebige Staude, die im Mittelmeerraum beheimatet ist. Für dieses Experiment selektierte Sapirs Team künstlich Pflanzen zum Züchten und Testen. Einige wurden für exponiertere Staubbeutel gezüchtet. Einige wurden für das Gegenteil gezüchtet, um die Staubbeutel zu verstecken. Sie verwendeten auch ein paar Steuerungsvarianten. Nach fünf oder sechs Selektionsgenerationen wurden die verschiedenen Pflanzen in Reihen angeordnet, damit die Wissenschaftler die Besuche der Bestäuber untersuchen konnten.

Sie fanden heraus, dass die prominenteren Staubbeutel Bestäuber anzogen. Sapir et al. argumentieren, dass dies ein Signal für eine Belohnung für Pollensammler ist. Sie schließen nicht aus, dass es andere, nicht gemessene Merkmale geben könnte, die Bestäuber anziehen, und dass die Staubansammlung mit diesen Merkmalen korreliert. Sie können jedoch einige Möglichkeiten ausschließen, z. B. die Blumengröße.

Aus diesem Grund Sapir et al. legen nahe, dass eine andere Position relativ zur Krone eine zusätzliche adaptive Rolle als Werbung über die Bestäubungseffizienz hinaus spielt und die vielfältigen ökologischen Funktionen von Blütenmerkmalen in Pflanzen-Bestäuber-Interaktionen hervorhebt.

Dieses Papier ist Teil von die Sonderausgabe über Morphologie und Anpassung. Es ist für einen begrenzten Zeitraum bis Ende Januar 2018 KOSTENLOS zugänglich. Ab November 2018 ist es dann kostenlos.