Ameisen-Pflanzen-Assoziationen sind sehr vielfältig und über die ganze Welt verteilt, was zu komplexen ökologischen Netzwerken führt. In Bezug auf die Gegenseitigkeit zwischen Ameisen und Pflanzen ist die Bestäubung durch Ameisen eine sehr seltene Wechselwirkung, und nur wenige Studien haben die Rolle von Ameisen als Bestäuber gezeigt. Del Claro et al. zielte darauf ab, die Rolle von Ameisen als wirksame Bestäuber zu bewerten Paepalanthus lundii (Eriocaulaceae) in einer brasilianischen Savanne.

Die Autoren beobachteten einen Zusammenhang zwischen Samenproduktion und Ameisenbesuchen; Camponotus crassus war der häufigste Blütenbesucher und der effektivste Bestäuber. Außerdem beobachteten sie einen statistischen Unterschied zwischen der Anzahl der produzierten männlichen und weiblichen Blüten, wobei die Anzahl männlicher Blüten größer war. Außerdem, P. lundii präsentierte eine Asynchronität der Blüte mit 12 verschiedenen Arten von Reifungssequenzen, was auf ein Kreuzbestäubungssystem hindeutet. Schließlich beobachteten Del-Claro und Kollegen eine Überlappung der größten Häufigkeit C. crassus und die Zeit der pflanzenstigmatischen Empfänglichkeit und ein Muster des Nicht-Kovorkommens von Ameisen, was die Bestäuberrolle dieser Ameise zeigt.
Die Studie belegt, dass bisherige Verallgemeinerungen, die die Bedeutung von Ameisen als Bestäuber vernachlässigen, falsch sind. Die brasilianische Savanne kann viel über das Ameisenbestäubungssyndrom verraten, da diese Umgebung besondere Merkmale in Bezug auf diese Assoziation aufweist. Daher ist diese Studie von großer Bedeutung für das Verständnis des Ameisenbestäubungssyndroms und für das Verständnis der komplexen ökologischen Netzwerke, die in diesen trockenen ariden Systemen vorhanden sind.
