Irgendwann zwischen 1750 und 1650 v. Chr. hinterließen die Bewohner eines Hauses in der ägyptischen Stadt Elephantine ein Chaos. Malleson & Srour verwendeten maschinelles Lernen zur Analyse des Chaos, und fand heraus, dass es nicht ganz zufällig war. Eine Untersuchung von 208,493 Pflanzenstücken aus 123 archäologischen Kontexten zeigte, dass einige der Fundstätten Orte zur „Müllentsorgung“ waren. Andere Ablagerungen enthüllten Orte, an denen Flachs verarbeitet wurde, und die Standorte von Feuerstellen.

Malleson & Srour nahmen sich der Pflanzenreste in Haus 169 auf Elephantine Island an. Sie hatten eine riesige Menge verkohlter und ausgetrockneter Pflanzenreste zu untersuchen. Die meisten dieser Überreste dürften das Ergebnis absichtlicher Müllentsorgung sein, aber die Archäobotaniker wollten wissen, ob man aus der Verteilung der Pflanzenreste Rückschlüsse auf das Haus ziehen konnte.

Die Wissenschaftler verwendeten zwei Hauptansätze mit maschinellem Lernen: Clustering, bei dem ähnliche Objekte gruppiert werden, und evolutionäre Entscheidungsbäume, die dabei helfen, wichtige Faktoren zu identifizieren, die diese Gruppen beeinflussen. Dadurch konnten sie jeden archäologischen Kontext analysieren, anstatt einen nach dem anderen.

Die Analyse ergab im ganzen Haus Gerstenspreu, Feigenreste und Rückstände aus der Getreideverarbeitung, aber auch sauberere und schmutzigere Bereiche. Einige Räume wiesen Anzeichen spezifischer Aktivitäten auf – beispielsweise gab es in einem Raum viele Flachsreste, was darauf hindeutet, dass er möglicherweise zur Verarbeitung dieser wichtigen Pflanze zur Herstellung von Leinen verwendet wurde. Ein anderer Bereich wies höhere Getreidekonzentrationen auf, was darauf hindeutet, dass er möglicherweise zur Lagerung verwendet wurde.

Malleson & Srour weisen darauf hin, dass maschinelles Lernen dabei half, ein scheinbar homogenes Durcheinander zu verstehen. „Nur durch ML (Clustering und Vorhersagebäume) wurden große Unterschiede in der Ansammlung aufgedeckt; ‚saubere‘ vs. ‚schmutzige‘ Ablagerungsarten.“

Malleson, C., & Srour, FJ (2024). „Es ist alles nur Gerste und Feigen!“ Identifizierung von Mustern der Pflanzenabfallansammlung in Haus 169, Elephantine Island, Ägypten (1750–1650 v. Chr.) mithilfe von maschinellem Lernen. Vegetation History and Archaeobotany. https://doi.org/10.1007/s00334-024-01010-x
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