In einer Zeit, in der Effizienzkürzungen in den Medien immer wieder Thema sind, stellt sich die Frage, wie viel Geld die landwirtschaftliche Forschung und Entwicklung benötigt. Ariel Ortiz-Bobea und Kollegen analysierten 2024 die Auswirkungen von Finanzierung und Klimawandel auf die landwirtschaftliche Produktivität in den USA. Ihre 2025 veröffentlichten Ergebnisse zeigen, dass weit davon entfernt ist, Forschung und Entwicklung zu kürzen, Es besteht dringender Bedarf an einer Erhöhung der MittelAndernfalls ist die Produktivität der US-Landwirtschaft in den kommenden Jahrzehnten rückläufig, was die Ernährungssicherheit und die Umweltziele gefährdet.

Das Forschungsteam untersuchte Daten zur Totalen Faktorproduktivität (TFP). Diese misst, wie effizient landwirtschaftliche Betriebe alle Inputs in Outputs umwandeln und liefert so ein umfassendes Maß für die landwirtschaftliche Leistung. Sie stellten fest, dass die Produktivität bei höheren Temperaturen stark abnimmt, wobei Temperaturen über 25 °C die landwirtschaftlichen Erträge besonders beeinträchtigen.

Ortiz-Bobea und Kollegen modellierten verschiedene Klimaszenarien und prognostizieren einen Rückgang der TFP um 7.8 % bis 13.1 %, wobei eine Erwärmung um 3 °C die Gesamtfaktorproduktivität voraussichtlich um mehr als 10 % senken wird. Doch wir können uns nicht einfach durch Forschung aus dieser Krise befreien, wenn sie eintritt. Ortiz-Bobea und Kollegen stellten zudem fest, dass zwischen Forschungsinvestitionen und dem Erreichen der Ergebnisse eine gewisse Verzögerung besteht, wobei die Auswirkungen etwa 30 Jahre nach der Investition ihren Höhepunkt erreichen.

Dies deutet darauf hin, dass die USA vor Problemen stehen, da die Forschung in den letzten Jahren entweder stagnierte oder sogar gekürzt wurde. Die Autoren schlagen vor, dass die öffentlichen Ausgaben für Agrarforschung jährlich um 5 bis 8 Prozent oder um 2.2 bis 3.8 Milliarden Dollar über das derzeitige Niveau steigen müssen, um den Klimawandel zu bekämpfen. Dies entspricht einer Größenordnung, die mit den Investitionen nach dem Zweiten Weltkrieg vergleichbar ist: 10 Dollar pro Amerikaner und Jahr oder insgesamt ein halber Elon.

Die Forscher ermittelten, was die Amerikaner für ihre Steuergelder bekamen, indem sie umfassende Daten zur landwirtschaftlichen Produktivität der USA aus der USDA-ERS-Statistik sowie Informationen zur historischen Forschungsförderung sammelten. Anschließend überprüften sie das Wetter, um die Auswirkungen von Wetter und Förderung mithilfe statistischer Verfahren zu analysieren. Da es noch keine Aufzeichnungen über zukünftige Wetterbedingungen gibt, führten sie zusätzlich Simulationen mit Klimamodellen durch, um die zukünftigen Auswirkungen auf die Landwirtschaft unter verschiedenen Erwärmungsszenarien bis 2100 zu prognostizieren.

Aus dem Ausland betrachtet, ist es überraschend, wie stark die US-amerikanische Forschung auf der Landwirtschaft basiert. „Land-grant“-Universitäten wurden gegründet, um in Landwirtschaft, Ingenieurwesen und anderen technischen Fächern zu unterrichten. Derzeit gibt es in den USA über hundert solcher Einrichtungen. Der Erfolg der amerikanischen Landwirtschaft beruht heute auf der Arbeit der Menschen an diesen Hochschulen im 20. Jahrhundert. Der anhaltende Rückgang, wie er in den letzten Jahren zu beobachten war, und die Herausforderungen der globalen Erwärmung deuten darauf hin, dass die USA auf eine deutlich unsicherere Zukunft zusteuern könnten.

Ortiz-Bobea, A., Chambers, RG, He, Y. & Lobell, DB (2025). Um einen Rückgang der landwirtschaftlichen Produktivität in den USA zu vermeiden, sind erhebliche Steigerungen der öffentlichen Investitionen in Forschung und Entwicklung erforderlich. Proceedings of the National Academy of Sciences, 122(11), e2411010122. https://doi.org/pbq2


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