Europa hat eine lange Geschichte der menschlichen Nutzung von Grasland-Ökosystemen als Mähwiesen, dennoch weisen diese Ökosysteme eine sehr hohe Biodiversität auf. Diese Ökosysteme wurden in letzter Zeit durch sich ändernde Landnutzungsmuster und die Intensivierung der Landwirtschaft bedroht und gelten nun als Priorität für globale Schutzbemühungen. Die Beziehung zwischen Pflanzen und ihren tierischen Bestäubern kann besonders anfällig für anthropogene Umweltveränderungen sein. Um die Bedeutung verschiedener Treiber vollständig zu beurteilen, werden Basisinformationen zu Netzwerken der Interaktion zwischen Pflanze und Bestäuber und zum Fortpflanzungserfolg von Pflanzen auf der ganzen Welt benötigt.

Eine aktuelle Studie von Bennett et al., das in AoBP veröffentlicht wurde, zielte darauf ab, Forschungslücken in der europäischen Bestäubungsökologie zu identifizieren und das Bewusstsein dafür zu schärfen. Durch systematische Literaturrecherche zu Pflanzen-Bestäuber-Netzwerken und Pollenlimitierung fanden die Autoren eine starke westeuropäische Tendenz in Bezug auf den Standort der Studien und keine Basisbewertung der Pflanzen-Bestäuber-Interaktion in osteuropäischen Landschaften. Um diese Datenlücke zu schließen, quantifizierten die Autoren die Wechselwirkungen zwischen Pflanze und Bestäuber und führten Zuchtsystem- und Pollenergänzungsexperimente auf einer traditionell bewirtschafteten Wiese in den östlichen rumänischen Karpaten durch. Es wurde festgestellt, dass diese Wiese sehr vielfältig ist und ein gesundes Pflanzen-Bestäuber-Netzwerk aufweist. Trotz des Vorhandenseins vieler bestäuberabhängiger Pflanzenarten gab es keine Hinweise auf eine Pollenlimitierung. Diese Studie ist die erste, die grundlegende Informationen für eine gesunde Wiese auf Gemeinschaftsebene sowohl zu Wechselwirkungen zwischen Pflanze und Bestäuber als auch zu ihrer Beziehung zur Ökosystemfunktion (z Pflanzenvermehrung) in einem osteuropäischen Land. Neben den Basisdaten geben die Autoren auch Empfehlungen für zukünftige Forschung und die methodischen Informationen, die für die kontinuierliche Überwachung und Bewirtschaftung osteuropäischer Wiesen benötigt werden.
Forscher-Highlight
Dieser Artikel hat zwei Erstautoren und Forscher-Highlights für beide Erstautoren sind unten aufgeführt.
Dr. Joanne M. BennettDas primäre Forschungsziel von ist es, zu verstehen, wie anthropogene Veränderungen die Verteilung von Arten beeinflussen und ihre Wechselwirkungen beeinflussen, wobei der Schwerpunkt auf Wechselwirkungen liegt, die für die Ökosystemfunktion von entscheidender Bedeutung sind, wie z. B. die Bestäubung. Sie promovierte 2013 an der Monash University, Melbourne, Australien unter der Anleitung von Professor Ralph Mac Nally und Dr. Rohan Clarke. Nach ihrer Promotion war Joanne motiviert zu verstehen, wie der Klimawandel die Artenverteilung über viel größere zeitliche und räumliche Skalen beeinflussen wird, eine Arbeit, die sie am Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) als Synthese-Postdoc durchführte. Derzeit arbeitet sie als Postdoc in der Forschungsgruppe Spatial Interaction Ecology (SIE) an einem Projekt, das den Zusammenhang zwischen den Treibern des globalen Wandels und dem Einfluss des Verlusts von Bestäuber-Mutualismen auf Pflanzenpopulationen untersucht, indem sie die Analyse globaler Daten zur Pollenlimitierung verwendet Prof. Tiffany Knight an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Halle, Deutschland.
Amibeth Thompson erhielt 2017 einen MSc in Biologie von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Halle, Deutschland und arbeitet derzeit an ihrer Promotion unter der Anleitung von Dr. Tiffany Knight an derselben Institution. Amibeth ist ein Bestäubungsökologe, der sich für Pflanzen-Bestäuber-Netzwerke interessiert und wie sich die Wechselwirkungen über Raum und Zeit unterscheiden. Ihre aktuelle Forschung befasst sich mit der Netzwerkstruktur in Agrarökosystemen in Deutschland.
