
… das bläst niemanden gut“ ist eine alte englische Redewendung, die darauf hindeutet, dass die meisten schlimmen Dinge, die passieren, für jemanden irgendwo ein gutes Ergebnis haben. Und Markus Hauck und Kollegen in Göttingen, Deutschland, haben dies schön – und ziemlich wörtlich – mit einigen Arbeiten veranschaulicht, die sich mit Flechten befassen, die in Wäldern in Deutschland wachsen. In den Tagen, bevor die Erderwärmung Schlagzeilen machte, war „saurer Regen“ das große Umweltproblem in Europa, wobei Westwinde vom Atlantik verschmutzte Luft aus Industrieregionen (insbesondere Großbritannien) aufwirbelten und über Skandinavien und den Norden trieben Deutschland, wo es bei Regen ausgewaschen würde. Dies war eine Zeit, als Großbritannien mit Kohle betrieben wurde und diese Kohle viel Schwefel enthielt – der Rauch war also schwer mit Schwefeldioxid, das sich in den Wolken auflöste und den oben erwähnten „sauren Regen“ erzeugte. Ab den frühen 1980er Jahren war die Sorge weit verbreitet, dass große Waldgebiete in Nordeuropa geschädigt würden, und die Besorgnis der Öffentlichkeit führte zu Rechtsvorschriften zur Verringerung der Umweltverschmutzung. Das Ergebnis war, dass die Schwefeldioxidemissionen in den letzten 20 Jahren auf ein Niveau zurückgegangen sind, das seit den Anfängen der Industrialisierung im 19. Jahrhundert nicht mehr erreicht wurde. Aber was Markus Hauck und sein Team sind fündig geworden ist das eine der häufigsten Flechten Europas, Lecanora conizaeoidesDieser „kranke Wind“ gefiel ihm eigentlich ganz gut, da er bei sauren Bedingungen gedeiht. Ihre Studie im Harz in Norddeutschland zeigt, dass die Flechte innerhalb von nur 15 Jahren einen dramatischen Rückgang der Häufigkeit erlebt hat, von der dominantesten Art ihrer Art bis zu einem Punkt, an dem sie heute als selten bezeichnet werden kann. Ihre Analyse legt nahe, dass dies auf eine nur sehr geringe Abnahme des Säuregehalts der Rinde der Bäume, auf denen die Flechten leben, zurückzuführen ist, eine Änderung von nur 0.4 pH-Einheiten. Um das in einen Zusammenhang zu bringen, das ist etwa die Hälfte des Säureunterschieds, den Sie zwischen einem Glas Orangensaft und einem Glas Tomatensaft finden würden. Zumindest für diese Flechte ist also ein guter Wind nicht so willkommen wie ein kranker. Alle Details der Arbeit finden Sie in der August-Ausgabe von Annals of Botany.
